KAESE

Was erwarte ich vom Leben?

Jeder steht irgendwie auf den Schultern der Alten

Was erwarte ich vom Leben?

Wo werde ich eines Tages stehen, wenn mir das, was jetzt ist, vielleicht eben mal nichts bedeutet?

Was erwarte ich vom Leben?

Wenn ich eines lieben Tages zurückblicke, was will ich dann sehen.

Was erwarte ich vom Leben?

Es könnte ja zufällig um mein Leben gehen?

KAESE

Es gibt Ausblicke, die auf den ersten Blick unverständlich erscheinen, weil der große Maler leere Stellen auf der ewigen Leinwand belassen hat. Es existiert dafür nicht mal eine Skizze und doch ist das Gemälde schon fertig, da die Gesetze wie das Bild augenblicklich entsteht, ehern und unausweichlich sind: nämlich Pinselstrich für Pinselstrich und Schattierung für Schattierung. Unter dem Blickwinkel, dass das Bild, genau genommen immer schon fertig ist und doch erst gemalt werden muss, erscheint Leben gelegentlich seltsam. Wir beginnen immer hier&jetzt – und egal, wie weit wir es schaffen: wir enden immer nur hier&jetzt.

Noch nie kam einer von dort nach hier oder von hier nach dort.

Wenn wir dem Augenblick nie entkommen, was sorgt uns an der „Vergangenheit“ und was suchen wir in der „Zukunft“?

Was finden ich, wenn die Suche zu Ende ist?

Mich?
Dich?
Etwas?
Etwas anderes?
Nichts?
Alles?

Copyright & alle Rechte vorbehalten. 2002, Klaus E. Heckl, D-80807 München

KAESE

Die Kraft ohne Widerkraft,
die alles schafft
 wäre lahm, taub und blind
ohne dich mein Kind.
Was immer du tust:
ob du in dir ruhst,
oder ausser dir weilst,
 oder Wunden heilst:
es ist die solitäre Kraft,
die alles schafft.
Etwas zu meiden
lässt dich vielleicht leiden.
Mit vielen Sachen
ertrinkst du im Machen.
Dauernder Spass
taugt nicht als Maß.
Wie willst du dich lenken
durch sprunghaftes Denken?
Kann Fühlen
die Sehnsucht kühlen?
Wo ist der Ruhepunkt in dir,
der dich hält im Jetzt&Hier?

 Copyright & alle Rechte vorbehalten. 2002, Klaus E. Heckl, D-80807 München